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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0007664005 766400 -   € -   €
 
 
 

VW Marketperformer


28.12.1999
AC Research

Die Analysten von AC Research rechnen für die Stammaktie von Volkswagen (WKN 766400) aufgrund ihrer erstmaligen Analyse und der vorgelegten Neun-Monatszahlen nur mit einer marktdurchschnittlichen Kursentwicklung.

Der Vorstand rechne für das laufende Geschäftsjahr 1999 nur mit einem Jahresüberschuss in Vorjahreshöhe. Dies bedeute, dass im Verhältnis zum deutlich gestiegenen Umsatz mit einem Rückgang der Nettomarge zu rechnen sei. Nach den ersten 9 Monaten im laufenden Geschäftsjahr hätte das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit trotz zweistelliger Umsatzsteigerung um gut 2% unter dem Vorjahresergebnis gelegen. Auf der Kostenseite wären insbesondere die Vertriebs- und Verwaltungskosten neben den Herstellkosten überproportional gestiegen. Unter der erstgenannten Aufwandsposition verbergen sich u.a. gestiegene Marketingaufwendungen, die mittlerweile zum Absatz der Automobile notwendig seien. VW-Fahrzeuge verkaufen sich nicht mehr von allein.

Die Analysten führen weiter aus, dass die mittelfristigen Aussichten für Volkswagen als Massenhersteller eher verhalten ausfallen werden. So wäre das gesteckte Absatzziel von 6 Mio. Fahrzeuge um ein Jahr in die Zukunft verschoben worden. Mit einem Einbruch bei den Zulassungszahlen rechne man nicht. Jedoch seien auch die Boomzeiten erst einmal vorbei. In einem nahezu stagnierenden Kraftfahrzeugmarkt werde der Wettbewerb gerade im Kleinwagensegement und der unteren Mittelklasse zunehmen. Dies hätte Preiszugeständnisse sowie erhöhte Marketingaufwendungen zur Folge. Daneben belasten die Investitionen für den Vorstoss in die automobile Ober- und Luxusklasse das Unternehmen. Ob sich diese Investitionen jemals rechnen würden, sei sehr fraglich. Auch die vielbeschworene Plattformstrategie berge die Gefahr in sich, dass bei nahezu baugleichen Fahrzeugen der Kunde zum preiswerteren Kfz greife und dem Unternehmen Erlöseinbußen entstehen.
Daneben häuften sich die negativen Meldungen in den vergangenen Wochen. Neben den Problemen bei der Ersatzteilversorgung würden die Subventionen für die sächsischen Werke von der EU-Kommission geprüft. Hohe Verluste von fast einer halbe Milliarde DM entständen in Südamerika. Die Berufung des ehemaligen BMW-Vorstandsvorsitzenden, der ja aufgrund des Desasters bei Rover vom BMW-Aufsichtsrat entlassen wurde, bringe für sich genommen auf absehbare Zeit keinen Zusatzertrag. Positiv zu werten sei die verstärkte Nutzung des Internets als Vertriebsweg und die guten Ergebnisse der Finanzdienstleistungstochter auch außerhalb der reinen Absatzfinanzierung des Kerngeschäftes.

Insgesamt gehen die Analysten von AC Research von einem Gewinn je Aktie von rund 2,80 Euro in 1999 und maximal 2,90 Euro im Jahr 2000 aus. Hieraus ergebe sich auf dem aktuellen Kursniveau ein KGV von gut 19. Nach dem deutlichen Anstieg in den letzten Tagen ergeben sich aktuell keine überdurchschnittlichen Kursaussichten.


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